6. Oktober 1991, Gottesdienst zum Erntedankfest in der Itzehoer St. Laurentii-Kirche. Wohl niemand ahnt, dass dies ein besonderer Tag ist. Nicht einmal Anne Zankel. Sie hatte an diesem Oktobertag erstmals einen kleinen Stand mit fairgehandelter Ware in der Kirche aufgebaut. Der Itzehoer Weltladen hatte damit seine Geburtsstunde.

25 Jahre sind seitdem vergangen, nun feierte die Innenstadtgemeinde nicht nur ihr Gemeindefest, sondern auch das ein Vierteljahrhundert andauernde Bestehen des Weltladens. Die dort verkauften Waren garantieren den Produzenten feste und faire Preise, von denen sie leben können. Gerade im Bereich Kaffee, Schokolade und vor allem auch bei Textilien sind die Arbeitsbedingungen ansonsten zumeist existenzbedrohend.

„25 Jahre machen Mut, weiterzumachen“, so Anne Zankel resümierend. Ihr ist es wichtig, nicht Almosen zu geben, die würden die Menschen nur diskriminieren. „Hilfe zur Selbsthilfe und damit auch den Menschen auf Augenhöhe begegnen“, erläutert Zankel das Prinzip des Fairen Handels.

Inzwischen hat der Weltladen eigene Räume, direkt an der St. Laurentii-Kirche im Gemeindehaus. Fünf Tage die Woche ist er geöffnet. Am Anfang war die Arbeit im Weltladen viel müheseliger. „Da lagerte die Ware bei uns zuhause und mit meinem Mann mussten wir sie immer in die Kirche bringen“, erinnert sich Anne Zankel.

Inzwischen ist der Weltladen deutlich angewachsen. Zehn Mitstreiterinnen sind es, die alle die Idee des Weltladens antreibt. „Du musst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst“, erläutert Almut Atkins mit Bezug auf Mahatma Gandhi ihr Motiv für ihr Engagement im Weltladen. Sie arbeitet wie alle ehrenamtlich und das bringt offensichtlich Freude. „Es gibt dort sehr schöne Gespräche mit netten Leuten. Ich bin gerne im Weltladen“, so Brigitte Doege.

Auch wenn das Helferteam inzwischen angewachsen ist, fehlt doch der Nachwuchs. Fast alle aus dem Weltladen-Team sind inzwischen im Rentenalter. „Wir brauchen dringend Jüngere, die sich hier engagieren“, sagt Anne Zankel.

Wer den Weltladen kennenlernen möchte, kann bis zum 8. Oktober 2016 dort kostenfrei die Produkte probieren. Und am Samstag kann gegen einen Beitrag von drei Euro eine Suppe aus fair gehandelten Zutaten gekostet werden.