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| In memoriam Malte Rühmann |
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| Geschrieben von: Dr. Bruno Sommhammer |
| Donnerstag, den 29. Mai 2008 um 19:34 Uhr |
NACHRUFIn memoriam Malte Rühmann
In der Nacht zum heutigen Pfingstsonntag 2008 verstarb der unserer Lichterfelder Bachgemeinde seit vier Jahren so vielfältig verbundene Komponist Malte Rühmann im Alter von nur 48 Jahren. Von langer, schwerer, mit Mut und Geduld ertragener, unheilbarer Krankheit hat ihn der gnädige Gott nun durch einen sanften und friedvollen Tod erlöst.
Geboren und beheimatet in Itzehoe, zeigte sich schon frühzeitig im ersten Klavierunterricht Malte Rühmanns Berufung zur Musikausübung, nicht nur als Interpret des klassischen und populären Repertoires sondern auch als überzeugender Vermittler zeitgenössischer und eigener Kompositionen. Später wurde er als Philosophie-, Theologie- und Kompositionsstudent in Hamburg zum Schüler von Alfred Schnittke, der seine besondere Fähigkeit zu frischer, melodischer Invention offenbar erkannte und zu fördern wusste.
Als langjährig ortsgebundener Organist in Heiligenstedten, der ältesten Kirche Schleswig Holsteins, war er doch häufig unterwegs auf Konzertreisen, und produzierte zahlreiche CD-Einspielungen mit seiner eigenen, zu mancher neuen und alten gekonnt kontrastierenden Musik.
Im September 2004 trat er erstmals mit einem Orgelkonzert in unserer kleinen Lichterfelder Bachgemeinde auf. Die gegenseitige Liebe auf den ersten Blick erwies sich bald als dauerhaft. Malte widmete mehrere neu entstandene Kompositionen der Gemeinde und ihrem Kantor, und begeisterte uns zunehmend durch sein Mitwirken in Gottesdiensten, Konzerten, Konzertreisen und Uraufführungen. Er übersiedelte schließlich nach Berlin, wurde nicht nur Gemeindeglied der Bachgemeinde und Mitglied des Vereins zur Förderung der kirchlichen Musik, sondern heiratete auch unsere liebe Gemeindepfarrerin Elvira Kübler.
Malte Rühmanns Idee, die ja von J.S. Bach unter jede seiner Kompositionen geschriebenen Worte SOLI DEO GLORIA als dauerhafte Inschrift über dem Eingang zu unserem Gemeindesaal anzubringen, wird bleibenden Erinnerungswert haben, wie auch seine zahlreichen CDs und die vielen (manche erst in den letzten Wochen im Druck erschienenen) Kompositionen. Unvergessen bleiben uns auch seine, Philosophie und Theologie auf eigene Art verbindenden Vorträge, seine Gemeindebriefbeiträge, und auch die kleineren, speziellen Konzerte sowohl für Kinder und Jugendliche, als auch im Seniorenkreis oder in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Bei seinen bis zuletzt unermüdlich durchgehaltenen Auftritten in zahllosen, über ganz Deutschland verteilten Kirchengemeinden war er immer auch denen verpflichtet und verbunden, die für konventionelle Konzertbesuche vielleicht schon zu alt, zu krank, oder auch noch viel zu jung waren.
Doch so voller Schaffensfreude und Liebe, mitten im Leben stehend, musste er dann vor einem Jahr von den Ärzten unmissverständlich zur Kenntnis nehmen, an einem bereits weit fortgeschrittenen Speiseröhrenkrebs akut erkrankt zu sein. Tapfer stellte er sich nun der, vielleicht das Leben verlängernden, aber endgültige Heilung nicht versprechen könnenden Chemotherapie und ihren Nebenwirkungen. Wie sehr halfen ihm dabei, vom nahenden Tode schon sichtlich gezeichnet, nicht nur sein eigenes Gottvertrauen, sondern auch die große Liebe der Ehefrau, der Mutter, der Brüder, Verwandten und Freunde, seinen durch diese Krankheit so sehr in Frage gestellten Lebensmut doch bis zum Ende bewahren zu können?
Hoffnung auf Überleben schien ihm auch zuzuwachsen aus seinem letzten Kompositionsvorhaben. Das als Auftragswerk groß angelegte Oratorium, basierend auf Texten von Sören Kjerkegaard, hat die Liebe zum Thema. Es bleibt nun unvollendet, ein abgebrochenes Werk, ein nachgelassenes Fragment aus einem früh vollendeten, aber überaus schaffensreichen Leben mit erfreulich viel Nachhall und Resonanz.
Er sehe sein Lebensziel eigentlich viel mehr in der freien Entfaltung des Geistes als in der manchmal doch ängstlich beengenden Sorge um die Bewahrung des Leibes, erinnere ich mich, so oder mit anderen Worten in der letzten Zeit wiederholt von Malte gesagt bekommen zu haben. Möge der Geist des heutigen Pfingstfestes uns allen ein Trost werden, die wir jetzt trauern um den viel zu früh von uns gegangenen Malte Rühmann.
Dr. Bruno Sommhammer - Kantor - Berlin-Lichterfelde, den 11.05.08 ![]() |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. November 2008 um 20:00 Uhr |









